Ich habe möglicherweise schon einmal erwähnt, dass ich den coolsten Bruder der Welt habe. Und der hat auch noch den coolsten Bus der Welt: Komplett mit Holz ausgekleidet, einer riesigen Matratze, drunter Stauraum für Klamottenkisten, hinten eine Küche in den Schubfächer eingebaut, vorne ein Elchkopf als ständiger Beifahrer. Eigentlich ist es relativ egal, wo man damit hinfährt, weil man sich eh wohlfühlt. Aus dieses Willkür heraus fahren wir nach Ungarn, in die Puszta.

















In dem Nationalpark gibt es vor allem Nichts. Also: Unendliche Weiten mit nichts als Gras. Es ist superschön und eignet sich auf jeden Fall gut zum Nächtigen im Bus. Es ist aber auch kalt und wir sind irgendwie ein bisschen verwirrt, weil wir nicht so genau geplant haben, was wir machen und deshalb mitten in der Puszta sind und immer noch nicht so genau wissen, was wir machen. Deswegen streifen wir einfach mal durch die Wiesen, Weiden, Felder. Verlaufen uns ein bisschen, weil der Weg einfach mitten in einer Wiese aufhört, die sicher seit Jahrhunderten nicht mehr gemäht wurde. Das Gras reicht uns bis zum Bauchnabel da wir überzeugter von unserem Orientierungssinn sind, als wir sein sollten, sind wir froh, als wir endlich wieder einen Pfad finden.



























Dann lernen wir Janosch kennen (der eigentlich nicht Janosch heißt, ich hab leider seinen Namen vergessen. Das ist aber nicht weiter schlimm, ich hatte mir eh von Anfang an vorgestellt, dass er Janosch heißt), der sich um eine Art Bauernhof kümmert, mit lustigen Tierchen wie Pulihunden*, Wollschweinen** und Kühen mit riesigen Hörnern.

*Pulis sehen aus wie Wollknäule mit Pfoten und sind die süßesten Tiere auf dieser Erde. Dicht gefolgt von Wollschweinen.
** Wollschweine sehen aus wie Schafe, sind aber Schweine, daher auch der Name.





























Wir schlagen dort unser Lager auf und stehen unfassbar früh auf, um ihm beim Füttern der Tiere zu helfen. Mit zwei klapprigen Rädern fahren wir in ein nahegelegenes Dorf zum Wochenmarkt, spielen mit den Pulis, slacklinen, lesen und frieren ab und zu ein bisschen, es ist nämlich ziemlich kalt.



















Neben der Landschaft hat Ungarn auch unglaublich gutes Essen. Käse, Gemüse und Lángos, der nur ganz wenig kostet. Fett und glücklich fahren wir also weiter nach Budapest und damit ist unsere gemeinsame Reise auch schon beendet. Elias fährt nämlich von dort weiter nach Holland zum Surfen und ich nach Serbien in ein Kunstcamp. Was man eben so macht.





















BERGBLONDINEN

LÁNGOSLAND

BLUMENINSEL